tractus-hunnorum.de

www.tractus-hunnorum.de

Der flotte 8’er neu eingekleidet

Der flotte 8’er ist ein Selbstbauprojekt von 2006. 203mm Öffnung und weil ich beim Schleifen einmal geschlafen habe wurde er kürzer als geplant. Mit einer Brennweite von 760mm hatte ich plötzlich einen f/3,75 Spiegel zu polieren. Ist mir für einen Anfänger und der Unterstützung der Profis auf dem Astrotreff dann doch gelungen. Nicht perfekt aber von so einem Newton hat man damals nur geträumt. Nach 15 Jahren im Holztubus und dem Umstand, dass ich nicht mehr mit der Kamera in den Fokus komme, standen nun Umbau- bzw. Renovierungsarbeiten an. Den Fokus hatte ich verloren weil ich ein Update beim Komakorrektor durchgeführt habe. Früher haben die den Fokus ein wenig nach außen transportiert. Heute ist man stolz darauf, dass sie dies nicht mehr tun. Das war für den flotten 8er und mich leider suboptimal.

Es half also alles nichts, er musste umkonstruiert werden. Neue Hauptspiegelzelle und ein größerer FS. Tja, und wenn man sich schon mal die Mühe macht, dann kann man auch gleich einen neuen Tubus mit in Betracht ziehen. Der Moonlite OAZ sollte bleiben weil der einfach ein super OAZ ist. Wo schaut man zuerst nach? Genau. In der Ramschburg. Was die Ramschburg nicht hat, gibt es nicht bzw. muss man selber machen oder machen lassen. Dort habe ich eine FS-Spinne, die FS, die HS-Zelle, die Abschlussringe und die Rohschellen von der Stange kaufen können. Beim Googlen nach ähnlichen Teleskopen bzw. Newtons mit ähnlichen Öffnungsverhältnissen und Selbstbauern bin ich auf noctutec gestoßen. Die Astrographen kommen dem flotten 8er sehr nah. Dort konnte ich einen B-Ware Carbontubus erstehen. Eine Schicht hatte sich gelöst und Blasen geworfen, so dass die Oberfläche nicht perfekt ausschaut. Genau das richtige für den flotten 8er und seine Besitzer*in, die auch nicht perfekt sind.

So dann gings ans Zusammenbauen. Löcher bohren und was man so macht. Als Nichtmitglied des Nichtvereins AlBiro müssen die Farben Orange und Blau verwendet werden. Die Rohrschellen und Abschlussringe gabs nur in Rot. Da kannste nix machen außer umlackieren. Hatte ich aber keinen Bock drauf. Das Rot ist auch schick. Als handwerklich nicht unbedingt hochtalentierte Person*in, hatte der Tubus exakt 2 Fehlbohrungen von mir höchstselbst zu beklagen. Als B-Ware hatte er schon Bohrungen für einen Baader OAZ gehabt, die nicht zum Moonlite passten. Zum tarnen kamen hier dann orange und blaue Reflektionsklebefolien zum Einsatz als Streifen und Sterne.

Seitenansicht
Hinteransicht

Nun denn, das Schlimmste stand nun bevor ….. das Kollimidingsbumsen des Newtons. Nur so unter uns. So richtig kapiert hatte ich das bis jetzt noch nicht. Eigentlich schon, theoretisch aber praktisch eher so gar nicht hinbekommen. Wer oder was hilft heuer meistens bei solchen Problemen. Genau. Youtube. Und dort habe ich diesen Herrn aus Österreich gefunden. Der Mann hat auch die AllskyCamera mit Raspberry4 gebosselt. Das werde ich mir auch noch anschauen, weil ich mit meinem Gehäuse noch nicht sehr glücklich bin….. Aber nun zurück zum Kollimidingsbumsen. Daniel Nimmervoll macht das mit der Webcam bzw. ASI bzw. Guiding Kamera über Sharpcap. Ja wie großartig ist das denn? Da habe ich nicht lange gefackelt, sondern losgelegt.

Was soll ich sagen? Das ging sehr gut von der Hand. Zunächst musste ich den OAZ noch einjustieren. Die Madenschrauben waren doch für was gut. :*) Danach ging es dann recht gut. Die Kontrolle mit dem Laser anschließen ergab sogar, dass der Strahl fast perfekt wieder eingelocht wurde. Ev. muss ich noch mal an den HS, der nicht ganz mittig liegt. Vorher schaue ich mir aber mal die Sternabbildung an um zu entscheiden ob das wirklich sein muss. Am Schluss habe ich mit einem mulmigen Gefühl die Kamera mit dem schwersten Objektiv (1798gr) an den ausgefahrenen OAZ gehängt und die Justage blieb stabil.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2021 tractus-hunnorum.de

Thema von Anders Norén