Wacholderdrosseln, Stare und ein Gimpel
vergnügten sich unterm Apfelbaum, denn dort liegt noch genug Nahrung herum. Die Wacholderdrosseln waren in einem großen Schwarm schon letztes Jahr hier. Aber sind Stare nicht Zugvögel? Wikipedia wird es wissen.
Der Dompfaff kommt regelmäßig mit einem Mädchen und noch einem Mann vorbei.
Inzwischen habe ich mich zum Thema belesen und konnte die Art auf meiner Terrasse bestimmen.  Lamprohiza splendidula sind es, denn die Männchen leuchten. Die Glühkäfer am Boden sind die Weibchen, die nicht fliegen können. Vorher dachte ich es wären zwei verschiedene Arten.
Sie leben ca. 3-4 Jahre als Larven und ernähren sich von Schnecken. Zu meinem Bedauern wohl nicht von den Nacktschnecken. Dann verpuppen sie sich ein letztes mal um sich zu paaren wobei sie ihre Leuchtphase beginnen. Nach 2 Wochen ist alles vorbei und nach der Eiablage sterben sie. Hier sind die zwei Wochen nun fast vorbei. Ich konnte bewusst mind. 3 Weibchen beobachten und mind. dass 10fache an Männchen.
Wenn also die Weibchen nicht fliegen können, dann müssen sie ja alle in meinem “Durcheinander” (weil einfach als Biotop akzeptiert und unbegärtnert) von Böschung wohnen. Also ich werde das dann so beibehalten und heute abend mal die nähere Umgebung ablaufen um weitere Weibchen zu suchen.
Nun zu meiner Fotosafarie vom 29.06.2012:
Eigentlich wollte ich die Glühwürmchen mal im Fliegen fotografieren. Das war aber wegen dem fortgeschrittenen Mond nicht einfach weil die Belichtungszeiten kurz zu halten waren. Mir kommen die Glühwürmchenaufnahmen mit den unscharfen und unbewegten Kreisen mit Hintergrund äußerst merkwürdig vor. Bei solchen kurzen Belichtungszeiten, die maximal ca. 1/25 haben dürften um ein Glühwürmchenstandbild zu erhalten, bekommt man keinen Hintergrund hin. Wenn man dann den Fokus der Aufnahme berücksichtigt wären da ca. 20 Glühwürmchen ca. 3m von der Linse entfernt.
Ich habe mich in der Gewitter-bei-Nacht-Technik geübt weil mir das am erfolgreichsten erschien. Also manueller Modus mit Fernauslöser und einfach so lange belichten bis es geblitzt hat. Hier natürlich so lange belichten bis genug Glühwürmchen durchgeflogen sind. Und? Dieses Bild reißt einen nun nicht wirklich vom Hocker.

Das Glühwürmchen war ca. 5m entfernt im gleichen Fokus wie die Umgebung.
Beim Umsehen nach mehr Männchen fand ich dann ein Weibchen im Gras leuchten und nahm es spontan ins Wesir:

Nach dieser Langzeitbelichtung habe ich wieder die LED Taschenlampe eingesetzt.

Und bei dieser schönen Detailaufnahme des Weibchens, dass den Hinterkörper in die Luft streckt, habe ich kurzerhand zum 70-300mm Teleobjektiv gegriffen um zu testen was in Sachen Makrofotografie hier wohl erreicht werden könnte.


Da geht aber einiges…….*Pfeif*
Gerade als ich zur Taschenlampe greifen wollte kamen drei Männchen angeflogen. Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht aber als sich plötzlich das Weibchen verdunkelte war mir klar was jetzt passiert. Ich habe keine Belichtungskorrekturen mehr durch geführt und nur noch geknipst. Bei 1/4 sec erzeugen Bewegungen Unschärfe. Längere Belichtungen noch mehr Unschärfe und wahrscheinlich Überbelichtung. Ich hätte aber trotzdem noch 2-3 Blenden verlängern können.
Hier nun das Glühwürmchenerotikbild:

Lamprohiza splendidula
Wenn man genau hinschaut erkennt man die filigranen Flügel des Männchen und man kann sie die Silhouette einer Motte einbilden. Mal sehen ob ich heute Abend noch ein Weibchen erwischen kann. Das ist nämlich alles noch ausbaufähig.
Hier noch einige Info Links:
http://www.chemie.uni-jena.de/institute/oc/weiss/gloworm.htm
http://www.gluehwuermchen.ch/index.htm
http://www.lampyridae.lima-city.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtk%C3%A4fer
Auch hier mit einem plausiblen Bild wie , was mir so in der Art auch vorschwebt.
Wie fotografiert man Glühwürmchen?
In der regel sind die Glühwürmchen zu dunkel um eine Leuchtspur auf dem Chip zu hinterlassen. Leider sind sie in der Flugbahn ebenfalls zu unberechenbar, so dass man zu einem Weitwinkel greifen müsste was sie wiederum zu klein für die Sensoren macht.
Wenn sie sitzen bleiben hat man schon mal ein Problem weniger. Zunächst habe ich Reihenaufnahmen vom sitzenden Glühwürmchen gemacht, dass übrigens seit 3 Tagen immer auf dem gleichen Ast saß. Tagsüber war der Ast nicht besetzt.
Eine Belichtung von 60sec mit 800ASA zeigte zwar ein überbelichtetes Glühwürmchen aber die Umgebung war nicht beleuchtet. Langweilig. Kürzere Belichtungszeiten waren noch langweiliger.

So kam ich auf die Idee eine indirekte Lichtquelle nach dem Auslösen hinzuzufügen. Ausbelichtet ist das Glühwürmchen schon nach ca. 1sec. In dieser Zeit musste also noch etwas Licht für die Umgebung her. Ich griff zu einer weißen LED Taschenlampe. Nach dem Auslösen überfuhr ich die Umgebung kurz mit einem Strahl. Hier das Ergebnis:
Der Buntspecht (Dendrocopos major)
Dieser nette Geselle hängt sich gelegentlich an den Maiesenknödel. Buntspechte sind keine guten Akrobaten. Er braucht meist mehrere Anläufe bis er es schafft.